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Photovoltaik – Einsteigen oder nicht?

Minuten noch

Ich denke, wir alle beobachten gerade die politische und wirtschaftliche Lage. Der eine mehr, der andere weniger. Ich bin keiner, der jeden Tag Nachrichten schaut, informiere mich aber dann doch zu gegebener Zeit zur aktuellen Lage. Was alle umtreibt, sind die gestiegenen Kosten.

Energiekosten machen Photovoltaikanlagen so interessant wie lange nicht

Materialpreissteigerungen und die allgemeine Inflation sorgen dafür, dass sich die Menschen genau Gedanken machen, für was sie nun ihr Geld ausgeben werden. Was nicht unbedingt sein muss, wird erstmal nicht gekauft. Zum Glück sind wir Dachdecker und nicht Maler oder Schreiner.

Denn ein neues Dach braucht jeder, wenn es reinregnet. Aber die Hausfassade kann auch noch etwas warten, bis sie wieder gestrichen wird. Der Einbauschrank auch. Dann doch erstmal ein IKEA Regal Die 2. Möglichkeit statt weniger auszugeben, ist sein Geld in was zu investieren, das Geld spart. Eine energetische Sanierung zum Beispiel. Umso höher die Energiekosten, umso kürzer die Amortisationszeit der eingesetzten Mittel.

Aber jetzt zum heutigen Thema: Die hohen Energiekosten machen die Photovoltaikanlage auf dem Dach so interessant wie lange nicht. Die politische Lage und der Wunsch aus der Abhängigkeit von zugekaufter Energie rauszukommen, geben hier noch mal zusätzlich Motivation. Ich bin bekennender Umweltschützer und würde das auch rein aus ökologischen Gründen machen. Geht aber eben nur, wenn man sich das leisten kann. Für die Masse muss sich das einfach rechnen. Und das tut es zur Zeit.

Wir waren vor ca. 15 Jahren, als der 1. Photovoltaikboom seinen Start hatte, auch schon intensiv in dem Thema drin und haben mehrere hundert Megawatt auf die Dächer geschraubt. Allerdings nur die Montage. Verkauf und Vertrieb ging über ein Photovoltaikunternehmen bei uns aus der Gegend. Sie haben die PV-Analgen vertrieben und haben jemanden gebraucht, um die Module aufs Dach zu schrauben. Wir fanden das Thema mega spannend und haben mitgemacht. Mir war schon klar, dass man allein mit Montageleistungen nicht viel Geld verdienen kann. Aber viele Dächer müssen ja auch saniert werden, bevor die neuen Module aufs Dach kommen. So haben wir damals einige Steildächer saniert, aber auch auf einigen Scheunen, Reithallen, etc. neue Wellplatten, Trapezbleche oder Sandwichplatten montiert.

Photovoltaik – der Fehler liegt im System

So weit hört sich das alles ganz gut an. War es aber nicht und der Fehler lag im System. Dieses Unternehmen und viele andere Unternehmen aus der PV Branche bei uns in der Gegend hatten einen eigenen Vertrieb. Die Verkäufer bekamen Provisionen für das Verkaufen der Anlagen. Umso teuer sie verkaufen, umso mehr Module aufs Dach kommen, umso mehr Kohle. Gute Verkäufer hatten da auch schon mal ein fünfstelliges Monatsgehalt. Aber vor lauter Geldgier haben die auf die letzten alten Dächer Module draufgepackt. Die Dächer wurden so voll gepackt, dass du am Ortgang nicht mal mehr 30cm hattest um Dich auf dem Dach bewegen zu können bei der Montage.

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Die haben den Eigentümern alles versprochen, um die Unterschrift zu bekommen. Einer alten Oma haben sie sogar mal gesagt, dass ihre geliebte Blümchentapete gelöst wird vor der Elektrokabelverlegung und wieder aufgeklebt werden kann. Sie würde von der Leitung dann nichts mehr sehen. Ab gesehen davon, dass das bei alten Tappten meist nicht geht, wurde das dem Elektriker nicht mal mitgeteilt. Mit solchen Beispielen könnte ich jetzt noch ein paar Seiten vollschreiben. Zum Schluss haben wir die Lust verloren. Photovoltaik – eine gute Sache, nur getrieben von Geldgier, Pfusch und Lügen. Sicher gab es auch ein paar Idealisten, die PV mit Gewissen und Qualität verkauft haben. Die haben aber nicht die Masse ausgemacht. Leute! Es wird Zeit, dass wir da jetzt mitmischen. Wir bekommen keine Provisionen. Wir Dachdecker wollen dem Kunden ein gutes Produkt verkaufen. Wir haben Ahnung von den Dächern und schneiden sicher keine Dunstrohre oder Sekuranten ab, dass noch mehr Module auf das Dach passen. (Kein Scherz. Das passiert). Lasst uns mitmachen und dafür sorgen, dass die Module qualitativ gut aufs Dach kommen. Im Sinne des Kunden so bauen, dass es keine Probleme mit der Abdichtung oder den Ziegel darunter gibt. So bauen, dass bei einem begrünten Dach auch unter den Modulen gepflegt werden kann. So bauen, dass das Dach unter den Modulen mindestens so lange hält wie die Module selbst. Einfach im Sinne des Kunden halten, im Sinne der Nachhaltigkeit, und nicht für den maximalen Profit.

Ein komplexes Thema, das starke Partner braucht

Das Thema ist, wenn man es als Ganzes betrachtet, sehr komplex. Es geht nicht einfach mehr darum, Strom zu erzeugen. Das war vor 15 Jahren anders. Da hat man die maximale Menge ins Netz eingespeist und dafür gutes Geld bekommen. Jetzt geht es darum, dass man möglichst energieautark wird. Das beinhaltet nicht nur Strom, sondern auch Wärme. Als ich vor 9 Jahren ein Haus gebaut habe, habe ich als Energiekonzept eine PV-Anlage, die meine Wärmepumpe betreibt, und einen Pellet Ofen für den Winter umgesetzt. Vom Grundgedanken immer noch aktuell. Aber damals gab es noch keine bezahlbaren Stromspeicher und keine intelligenten Steuerungssysteme. Wenn morgens Deine Wärmepumpe angeht, bevor die Sonne scheint, funktioniert das Konzept schon mal nicht. Jetzt kommt auch noch das Auto dazu, welches geladen werden muss. Dass das alles sauber zusammenspielt, ist nicht einfach. Was ich sagen will, ist, dass wir meiner Meinung nach einen starken Partner brauchen, wenn wir PV aufs Dach schrauben wollen. Das Alles können wir Dachdecker uns nicht im Detail anlernen, und es ist auch nicht unser Beruf. Schuster bleib bei Deinen Leisten.

Wir können die Module aufs Dach schrauben, dass alles dauerhaft funktioniert. Das ist unsere Expertise, und da sehe ich auch unsere Schnittstelle. Alles was in den Keller geht, soll ein Spezialist machten. Im Besten Fall gehen wir mit jemand eine Kooperation ein. Oder du stellst jemand ein, der das bei Dir in der Firma umsetzt. Wir sind aber auch keine Lohnleister, bzw. Erfüllungsgehilfen einer PV Vertriebsfirma. Das mache ich sicher nicht mehr mit. Da verdient man nichts. Dass man über die PV-Kontakte auch mal ein Dach saniert, macht es dann auch nicht besser.

Wie Dein Geschäftsmodell aussehen kann, musst du Dur für dich herausfinden. Das kommt auf Dein Wissen, Deine Mitarbeiter, Deine Lieferanten und auch Deine Partner an.

Bist Du schon im Thema drin? Verkaufst Du schon PV? Würde mich interessieren, wie es bei Dir läuft. Wäre schön davon zu hören. Hinterlasse gerne einen Kommentar!

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